Definition und Rolle von Führungskräften bei der Entstehung der Unternehmenskultur

Die Unternehmenskultur – was ist das eigentlich? Zum leichteren Verständnis beginne ich mit dem, was die Kultur im Unternehmen ausmacht - dem Menschen.

Die Persönlichkeit oder der Charakter beschreibt die einzigartigen, innerlichen Eigenschaften eines jeden Menschen. Dieses subtile, größtenteils unbewusste „Innere Programm“ beinhaltet  z.B.  die Werte die einem wichtig sind, die gestillten und ungestillten Bedürfnisse, die Motivationen und Absichten, sowie viele Annahmen und Paradigmen über uns selbst und die Welt. Diese Innerlichkeit drückt sich durch das dazu passende Verhalten und Auftreten im Äußeren aus, z.B. in der Kommunikation, der Kleidung oder auch durch die Art des Führens. Es können nur die Verhaltensweisen nachhaltig und authentisch gelebt werden, die kongruent mit dem „Inneren Programm“ sind. 
Das Modell des Eisbergs (siehe Bild) wird häufig benutzt, um aufzuzeigen, dass das Äußere, das was von einem Menschen sichtbar ist (ca. 20%) nur ein Bruchteil von dem ist, was den Menschen ausmacht.   


Das „Innere Programm“ beziehungsweise die „Persönlichkeit“ eines Unternehmens

Ganz ähnlich beschreibt die Kultur die innerlichen Eigenschaften, die von einer Gruppe von Menschen geteilt werden. Deshalb sprechen wir z.B. von Familien, -Abteilungs, -Unternehmens oder Nationalkulturen. Die Unternehmenskultur beschreibt also das häufig unbewusste „Innere Programm“ eines Unternehmens. Man könnte auch von der „Persönlichkeit oder der Marke eines Unternehmens“ sprechen. Diese setzt sich zusammen aus den geteilten Werten der Menschen im Unternehmen, sowie Ethik- und Moralvorstellungen, ungeschriebenen Gesetzen („tatsächliche Organigramme“) und Annahmen und Paradigmen über Führung, Geld, Emotionen usw. Besonders wichtig ist das Paradigma über das Menschenbild.

Wird der Mensch eher als eigenmotiviert gesehen, der immer sein Bestes gibt oder als jemand dem man nicht trauen kann und der deshalb kontrolliert und beaufsichtigt werden muss. Ebenso bedeutend ist die innere Motivation des Unternehmens: Wozu gibt es uns? Wer wollen wir sein? Wo wollen wir hin? Oft als Leitbild, Vision oder Mission beschrieben.

In Familienunternehmen finden wir z.B. häufig die Motivation „dauerhafte Unabhängigkeit sicherstellen“ während in globalen Aktiengesellschaften häufig die Motivation „Gewinnmaximierung und Wachstum“ zu finden sind. Aber auch Image, Wettbewerbsposition, Kunden -und Mitarbeiterzufriedenheit oder gesellschaftlicher Beitrag können wichtige Motivatoren sein. 

 

Das Eisbergmodell trifft auch auf die Unternehmenskultur zu. Der „sichtbare“ Teil eines Unternehmens drückt sich unter anderem durch das Team – und Führungsverhalten sowie durch Prozesse, Strukturen, Produkte und messbare Ergebnisse aus. Aber auch durch die Lokalität, die Büroräume, das Logo und den Unternehmensauftritt.
Unabhängig von ihrem Inhalt gibt jede Kultur „automatische Antworten“ auf die Fragen des täglichen Miteinanders, es entstehen sich wiederholende Verhaltens - und Ausdrucksmuster. 


Entstehung und Rolle der Führungskräfte

Die menschliche Persönlichkeit bildet sich aus zwei Komponenten. Zum einen aus den Erbanlagen, z.B. den Talenten und angeborenen Fähigkeiten und zum zweiten aus den überwiegend frühen Erfahrungen unseres Lebens, die uns prägen und aus denen wir sozusagen unser „Inneres Programm“ entwickeln.

Das gleiche gilt für die Unternehmenskultur. Zum einen spielt „das Erbe“, die Persönlichkeit des Gründers oder der Gründergeneration eine Rolle. Das zeigt sich z.B. in der Schwierigkeit neue technische Lösungen einzuführen, die nicht auf dem Prinzip aufbauen, auf dem das Unternehmen ursprünglich gegründet wurde.


Zum anderen spielen die Persönlichkeit und das Führungsverhalten der Vorstände oder der Geschäftsführung eine entscheidende Rolle. Bewusst und unbewusst geben sie durch Ihr „Inneres Programm“ vor, welche Paradigmen, Motivationen und Verhaltensweisen im Unternehmen erlaubt und geschätzt sind und welche nicht. 
Die aktuelle Kultur ist immer eine Mischung aus der Kultur der Gründergeneration, des vorherigen Managements und des aktuellen Managements. Je länger die aktuelle Führung tätig ist, umso mehr entspricht die Kultur den Werten, Paradigmen und Motivationen dieser Person oder Gruppe.


Darüber hinaus wird jede Unternehmenskultur überlagert von regionalen, nationalen und branchenspezifischen Elementen, die aber natürlich auch wieder durch die beteiligten Menschen in das Unternehmen getragen werden.

 

Fazit: Jedes Unternehmen hat eine Unternehmenskultur

Die Frage ist, ob man sich dieser Kultur bewusst ist oder nicht und ob sie im Bezug auf die Ausrichtung des Unternehmens unterstützend oder limitierend ist. 
 

 

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